Der ETF Lotse - Roman Kurevic

Warum sollte man aktive Fondsmanager einsetzen? Wo sollte der Nutzen für den Anleger liegen? 

Warum sollte man sich einen „teuren“ aktiven Fonds ins Depot legen, wenn doch ein passives Produkt viel kostengünstiger für den Anleger ist. Fondsmanager verdienen sehr viel Geld, dies gleich vorneweg. Also sollte man doch als Anleger auch erwarten können, dass die Leistung am Ende höher ist. Jeder Neuwagenkäufer wird dieses Prinzip sicherlich auch verstehen. Oder wollen Sie 27 PS für 330.000EUR?

Wann kann denn ein aktiver Ansatz einen Mehrwert für den Anleger
herausholen?
 

Natürlich ist es zu jeder Zeit möglich eine Outperformance zu erzielen. Nach oben hin dürften die Indices allerdings klare Vorteile haben, da diese immer zu 100% investiert sind, nie ausgestopt werden und die Flut in der Regel alle Boote hebt. Man sollte also froh sein, wenn man die Geschwindigkeit der Indices mitgehen kann. Fondsmanager die auch in diesen Phasen auf Dauer eine Outperformance erzielen können, machen sicherlich eine überragende Arbeit.

In unseren Augen ist es aber viel wichtiger eine Outperformance auf dem Weg nach unten zu erzielen. Warum? Nun zum einen ist die Börse eine Diva und die Boote mit den meisten Löchern, sollte man dann nicht wirklich im Depot haben. Wenn dies gelingt und der Fondsmanager dann noch eine hohe Cash Quote aufgebaut hat, dann arbeiten die fallenden Märkte zu seinen Gunsten. Oft ist hier aber kein echter Nutzen für die Anleger erkennbar, denn die meisten aktiven Fonds laufen oft 1:1 mit in den Börsenkeller.

                                                                                                   Gerade hier steckt doch der größte Nachteil der passiven ETFs

 So schön es in der Hausse ist, diese im kostengünstigen Produkte Depot zu haben – setzt ein echter Bärenmarkt ein, dann hilft auch der beste Kostenvorteil nicht wirklich weiter! Dauert dieser Bär dann auch noch 27 Jahre, dann rinnt einem auch die Lebenszeit zwischen den Fingern dahin.
Gibt´s nicht sagen Sie - dann fragen Sie mal einen japanischen Investor! 

Welche Vorteile hat ein passiver ETF für einen Anleger? 

De Anleger bekommt immer „nur“ die Rendite für den Markt, in dem er sich einkauft. Er muss also keine Angst haben, dass er einen schlechten aktiven Fonds erwischt. Da die Wahrscheinlichkeit einen guten aktiven Manager zu erwischen knapp 10% beträgt, ist dies doch schon mal positiv für den Anleger. Auf der anderen Seite sind die Kosten zu nennen: passive Fonds haben einen jährlichen Kostenvorteil von 1,2 bis 1,6% - dies bedeutet: diese Kosten muss ein passiver Fonds NICHT extra verdienen und arbeitet damit auch zum langfristigen Vorteil des Anlegers. Für interessante Anlagestrategien kann man ETFs sehr gut einsetzen, da man sich die entsprechenden Märkte gut aussuchen und dann sehr einfach umsetzen kann (z.Bsp. in der Trendfolge). 

FAZIT für einen interessierten Anleger: 

Aktive Fonds können sicherlich ein gute Ergänzung zu einem Portfolio sein. Die Auswahl ist allerdings sehr schwer und oft auch nur in der Rückschau möglich. Daher schneiden Mischfonds aktuell z.Bsp. sehr gut ab und ziehen sehr viel neue Anlagegelder an. Ob hier in der Zukunft weiterhin so gute Renditen erzielt werden können, ist eher mal in Frage zu stellen. Der Rentenmarkt dürfte eher ein Risikoträger, als ein Renditebringer in der Zukunft sein. Die wenigsten Fonds schlagen die Vergleichsindices und noch viel weniger werden die höheren Kosten verdient. Daher sollte man sich bei aktiven Fonds sehr genau umschauen (Was wird gekauft, wo sind die Schwerpunkte und wie teuer ist das Produkt?) und im Zweifel rein aus der Wahrscheinlichkeit heraus ein passives Produkt bevorzugt werden.

Ohne eine Strategie (WANN kaufe ich WAS? WANN steige ich AUS oder UM?) sollte man aber auch  passiv nicht unterwegs sein. Die Börse ist eine Diva und wenn es heute gut läuft, muss dies im Zweifel morgen nicht so sein. Dauert der nächste Bärenmarkt auch mal > 10 Jahre und die alten Höchststände werden nicht mehr innerhalb von wenigen Monaten wieder  überboten, dann helfen die niedrigen Kosten auch nicht wirklich weiter. Risiken reduzieren und Chancen nutzen – dies geht mit passiven Produkten sehr gut.

 

Roman Kurevic

ETFLotse

www.mc-biss.de 

r.kurevic@mc-biss.de